Torhalle Fraueninsel (13 km, 00.20 h)

Ein Zeugnis bayrischer Frömmigkeit: Die Torhalle ist der älteste Hochbau Süddeutschlands. Im Agilofinger- und Karolingermuseum sind historische Wandmalereien und Zeugnisse zu besichtigen.

Sehenswert ist die sogenannte karolingische Torhalle aus der Frühzeit des Klosters. Es ist ein rechteckiges Gebäude aus Tuffstein mit einem quadratischen Anbau an der Ostseite. Dessen Erdgeschoss beherbergte einst eine kleine Nikolauskapelle, sein Obergeschoss war die Apsis der Michaelskapelle. Bei Restaurierungsarbeiten legte man hier fast lebensgroße Engelsdarstellungen frei. Von diesen in ihrer Schlichtheit beeindruckenden, ursprünglich wohl sechs roten Umrisszeichnungen sind zwei noch fast vollständig erhalten. Man datierte sie früher ins 9. Jahrhundert, heute aber später. Durch die Torhalle zieht sich in der Mitte des Erdgeschosses eine große, tonnengewölbte Durchfahrt, die beidseitig von einer offenen Arkadenreihe mit jeweils drei Bögen begrenzt wird. Nach Westen schließt das barocke Vikarshaus an.

Neben mittelalterlichen Architektur- und Skulpturrelikten des Chiemseeklosters Frauenwörth werden Kopien agilolfingischen und karolingischen Kunsthandwerks (u. a. Tassilokelch und Domschatz von Monza) in der Torhalle ausgestellt.

In zwei Räumen des ehemaligen Vikarhauses kann man wechselnde Ausstellungen Chiemgauer Malerei des 19. bis 20. Jh. besichtigen.